Mit eigenem Antrieb ans Ziel kommen

AZ Artikel 19.11

Von nichts kommt nichts: Jana muss auf dem Fahrrad am Stand von L. Stroetmann ordentlich strampeln, um die Früchte zu einem leckeren Smoothie zu mixen. Foto: Leon Seyock

8. Coesfelder Messe zur Bildungs- und Berufsorientierung

AZ vom 19.11.2018/Leon Seyock
COESFELD. Frischen Apfelsaft, fruchtige Himbeeren und dazu noch eine Banane – mehr braucht es nicht für einen leckeren Smoothie. Doch anstatt die Früchte mit einem Mixer zu zerkleinern, wird die Schüssel auf dem Fahrrad angeschnallt. Jana setzt sich auf den Sattel und strampelt los, was das Zeug hält: Fertig ist er, der frisch erstrampelte Smoothie am Stand von L. Stroetmann. „Schmeckt echt lecker“, ist das Fazit der Schülerin.

Durch eigenen Antrieb an sein Ziel kommen – das beschreibt nicht nur das Smoothie-Mixer-Fahrrad, sondern auch die gesamte CoeMBO. 4000 Besucher kommen am Samstag ins Schulzentrum und in die Bürgerhalle, um sich über die Möglichkeiten nach der Schule zu informieren. 148 Aussteller beraten Schüler und Eltern über Ausbildung, Beruf, Studium und Gap Year.

Merle Schreijer aus Holtwick hat bereits genaue Vorstellungen von ihrer Zukunft: Nach ihrem Abitur auf einer Berufsschule in Ahaus mit Schwerpunkt Wirtschaft und Verwaltung möchte sie Fremdsprachen- Korrespondentin werden. „Mein Ziel ist es, in meinem Beruf später ein Unternehmen auf Messen im Ausland zu vertreten“, sagt die Schülerin. Auf der CoeMBO schaut sie sich trotzdem nach möglichen Alternativen um.

Genauso wie Ina Baum hold aus Dülmen. Sie ist gerade dabei, aus einem kleinen Stück Holz einen Aufsteller für ihr Handy zu basteln. „Wir möchten den Schülern an unserem Stand den Beruf des Tischlers näherbringen“, sagt Ida Artmann von der Firma Metrica mit Standort in Holtwick. Sie selbst ist bereits im dritten Lehrjahr. Das Berufsfeld des Tischlers findet Ina spannend – „ich möchte später aber lieber einen Beruf haben, bei dem ich viel mit Menschen Kontakt habe“, sagt sie. Es duftet nach Holz und Sägespänen am Stand von Metrica – entfernt man sich aber einen Schritt davon, steigt den Besuchern direkt der Duft von frischem Popcorn in die Nase. Die Firma Hagelschuer hat eine Popcorn-Maschine mitgebracht und verteilt die süßen Leckerbissen an die Schüler. Mit ganz unterschiedlichen Mitteln versuchen die Unternehmen, Innungen und Universitäten, die Aufmerksamkeit der Schüler auf sich zu ziehen.

Das funktioniert auch bei der Kreishandwerkerschaft gut – sie präsentiert sich mit 17 Innungen im Pädagogischen Zentrum. Eine kleine Fahrt durch die schöne Natur Schottlands gefällig? Mit einer VR-Brille auf der Nase tauchen die Schüler in eine andere Welt ab – und können beispielsweise ein spannendes Autorennen hinter sich bringen oder sich in einem voll ausgestatteten Smart-Home umschauen.

„Ich bin wirklich begeistert von der guten Qualität der Gespräche“, stellt Leonie Rehorst von der Firma Egeplast aus Greven fest. Die Schüler kämen nämlich aus eigenem Antrieb und Motivation an die Stände. Das 400-köpfige Unternehmen ist zum ersten Mal auf der CoeMBO – aber mit Sicherheit nicht zum letzten Mal.

Das Fazit

Messekoordinator Jochen Theisen zeigt sich nach der CoeMBO bestens zufrieden. „Die Messe hat allen Beteiligten ein Lächeln ins Gesicht gezaubert“, sagt er. 4000 Menschen hätten die CoeMBO in diesem Jahr insgesamt besucht, das seien circa 200 weniger als im vergangenen Jahr. „Das könnte an den rückläufigen Schülerzahlen liegen“, vermutet Theisen. Die Organisatoren und auch die Aussteller ziehen dennoch eine durchweg positive Bilanz. Im kommenden Jahr werde es eine Neuauflage geben, kündigt Theisen an. Lsy

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